irgendwann 100.000€ brutto im jahr verdienen
ich weiß dass du das schaffen wirst, ich weiß dass du das so unglaublich easy hinbekommen und erreichen wirst, ich glaub an dich;
trotzdem bin ich manchmal ein wenig neidisch auf deine chancen und möglichkeiten
darauf, dass du nicht alles geben musstest um mit 18 von deinen eltern wegzuziehen, weil es dich sonst zerrissen hätte
darauf, dass du von deinen eltern lob erfahren hast bei guten noten in der schule, aber auch keine bösen worte bei schlechten
darauf, dass du mit deinen eltern immernoch gerne zu abend isst und ihnen von deinem leben erzählst
darauf, dass sie dich umarmen wenn du es brauchst und lieb haben, ohne dazu anforderungen zu stellen
das jugendamt würde es bei mir wahrscheinlich sofort als “startschwierigkeiten” betiteln, das jugendamt was für mich ab 15 mehr eltern-rolle war als die zwei namen welche in meiner geburtsurkunde verweilen.
ich weiß ihr habt euch bestimmt mühe gegeben und ich weiß dass ihr das alles nie gewollt hättet, deshalb möchte ich euch damit nicht beschuldigen
doch jetzt sind meine zukunftssorgen und, wahrscheinlich total normalen, findungsängste gebündelt mit der angst alleine und nicht, nein niemals, genug zu sein
angst vor finanzieller unsicherheit, weil ich einen traum habe und ihn leben möchte, dieser finanziell jedoch absolut nicht sicher ist und für mich alleine noch viel schwerer stämmbar
startschwierigkeiten, bevor überhaupt schon irgendetwas starten konnte, haben meine gesamte kindheit geprägt
“du bist aber schon sehr weit für dein alter” haben mir unzählige therapeuten, psychologen, bezugspersonen oder auch das jugendamt gesagt. ein kompliment was ich immer gern hörte, und garnicht merkte was es unterschwellig alles mit sich brachte
ab und an mit dem druck gekämpft “erwachsen sein zu müssen” dabei parallel aber auch gewusst, dass ich es zum guten überstehen meiner ersten jugendjahre eben wirklich sein muss
nichts ist mir leichter gefallen als mein auszug, hatte immer irgendwie wen um mich rum, aber trotzdem war da ein loch in mir was nur selten gefüllt war.
mich hat gestern so ein kleines selfcare buch gefragt “wie würdest du deine kindheit beschreiben” und das hat mich zum nachdenken gebracht
ich dachte erst sowas wie
schneid mir doch nicht meine flügel ab, bevor sie überhaupt erst richtig gewachsen sind
gleichzeitig weiß ich nicht ob ihr vielleicht doch keine anderen möglichkeiten hattet und vielleicht viel mehr mit einander und einfach auch euch selbst gekämpft habt
deshalb lies ich die seite leer
und das beschreibt es vielleicht tatsächlich am besten
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